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Kryptowährung

Kryptowährung, auch Kryptogeld, nennt man digitaleZahlungsmittel, die auf kryptographischenWerkzeugen wie Blockchains und digitalen Signaturen basieren. Als Zahlungssystem sollen sie unabhängig, verteilt und sicher sein. Sie sind keine Währungen im eigentlichen Sinne.[1][2][3][4][5] 2009 wurde mit dem Bitcoin die erste Kryptowährung öffentlich gehandelt. 2018 waren über 4.500 Kryptowährungen in Verwendung (siehe auch Liste von Kryptowährungen). Ungefähr 1.000 erreichten einen täglichen Handelsumsatz von über 10.000 US-Dollar.[6] Kryptowährungen werden nur nicht-staatlich geschöpft, ein im Jahr 2018 vermeintlich eingeführter staatlicher venezolanischer Petro verfügte auch Monate nach der Lancierung über keine bekannten Transaktionen.[7]

Durch kryptographisch abgesicherte Protokolle und dezentrale Datenhaltung ermöglichen Kryptowährungen einen digitalen Zahlungsverkehr ohne Zentralinstanzen wie etwa Banken. Dabei repräsentiert der Besitz eines kryptologischen Schlüssels das Eigentum von ebenfalls kryptologisch signiertem Guthaben in einer gemeinschaftlichen Buchhaltung in Form einer eigenen Speicherform (Blockchain). In der Regel wird eine vorher festgelegte Anzahl an Währungseinheiten durch das gesamte System gemeinschaftlich erzeugt, wobei die Rate vorher festgelegt und veröffentlicht bzw. durch den kryptographischen Modus der Erzeugung limitiert ist.

Damit besteht ein wesentlicher Unterschied der meisten Kryptowährungen zum alltäglich geläufigen Geld darin, dass eine einzelne Partei nicht alleine in der Lage ist, die Produktion von Währungseinheiten zu beschleunigen, zu beeinträchtigen oder in irgendeiner Weise wesentlich zu missbrauchen. Kryptowährungen benötigen keine Notenbanken und unterstehen insofern keiner Behörde oder sonstiger Organisation. Durch ihren dezentralen Aufbau besitzen Kryptowährungen damit im Gegensatz zum Zentralbankgeld in der Regel keinen Single Point of Failure, der die Währung gefährden oder auch nur manipulieren könnte. Dies ist allerdings dahingehend zu relativieren, dass einige Kryptowährungen durchaus von inhabergeführten, privatwirtschaftlichen Unternehmen quasi-zentral produziert werden, wie z. B. der Ripple, bei dem die gewinnorientierte Gesellschaft Ripple Labs 80 Prozent der Neuemissionen hält und nach eigenen Regeln verteilt.[8]

Kryptowährungen sind, wie das heute vorherrschende ZentralbankgeldFiatgeld. Das heißt, sie werden gleichsam aus dem Nichts geschaffen und besitzen außer dem Gebrauchswert keinen besonderen eigenen oder inneren (intrinsischen) Wert. Dieser entsteht nur durch die Akzeptanz zwischen Handelspartnern (Zahlern, Beziehern), welche sich aus den Nutzungsmöglichkeiten und den daraus resultierenden Vorteilen ergibt.

In Deutschland wurden bisher nur Bitcoin 2013 als „Rechnungseinheiten“ (englisch “unit of account”) und eine Art „privates Geld“, welches in „multilateralen Verrechnungskreisen“ eingesetzt werden kann, rechtlich und steuerlich von der Bundesregierung anerkannt.[9][10][11] Damit ordnet die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht(BaFin) Bitcoin als mit Devisen vergleichbare Werteinheiten ein. Das relativ neue anerkannte Kryptogeld ist damit aber weder gesetzliches Zahlungsmittel noch E-Geld, Devisen oder Sorten.[4]

Gemäß Hinweis vom österreichischen Finanzmarktaufsicht-Vorstand Helmut Ettl wird beim Thema Krypto-Währungen viel Schindluder getrieben. So verweist Ettl neben den Erfahrungen in Österreich auf eine US-Studie, laut der es sich bei 80 Prozent aller Initial Coin Offerings (ICOs) um Aktivitäten mit einem betrügerischen Hintergrund handelt.[12]

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kryptowährung

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Gut zu wissen!

Das B/L- ein wichtiges Dokument

B/L steht für „Bill of lading“ und ist ein vom Verfrachter ausgestelltes Transportdokument im Seeverkehr. Es bestätigt, dass die Rederei die Sendung zur Verschiffung zum Bestimmungsort mitgenommen hat.

Damit der Käufer die Ware am Zielhafen abholen kann, muss ein Order-B/L ohne Namensnennung vom Befrachterindossiert werden. Dabei wird das B/L abgestempelt und unterschrieben. Ab diesem Zeitpunkt kann jeder, der das Original-B/L mit Blanko-Indossament besitzt, die Ware am Zielhafen abholen. Wird ein Original-B/L abgegeben, so verlieren alle weiteren BL/s automatisch ihre Gültigkeit.

Das B/L wird oft als Zahlungsbedingung („Zahlung gegen B/L“) verwendet (siehe unten). Der Käufer kann sich nämlich sicher sein, bei Zahlung die Ware am Zielhafen auch wirklich abholen zu dürfen und der Befrachter kann sich sicher sein, dass Geld zu erhalten.

Ein B/L enthält unter anderem folgende Informationen:

  • Verlade- und Zielhafen
  • Be- & Verfrachter
  • Anzahl und Netto-Gewicht der Ladung
  • Schiff, auf dem die Ladung ist
  • Anzahl der original-B/Ls
  • Reedereiagent

Die Zahlung via D/P

D/P ist eine internationale Zahlungsmethode und steht für „Documents against payment“. Bei D/P beauftragt der Befrachter seine Bank, den Kaufpreis bei Übergabe von festgelegten Dokumenten beim Käufer einzuziehen. Hier eine kurze Skizze des Ablaufs:

  1. Verkäufer (Befrachter) verschifft Ware und indossiert die B/L
  2. Befrachter reicht die Dokumente in einem Inkassoauftrag bei der eigenen Bank ein
  3. Die Bank des Befrachters prüft die Dokumente nach Art und Menge (quantitative Prüfung) und leitet die Dokumente an die Bank des Käufers weiter
  4. Diese wiederum legt die Dokumente dem Käufer vor (Präsentation)
  5. Die Dokumente werden, sofern für den Käufer alles in Ordnung ist, ausgehändigt und die Zahlung ausgelöst
  6. Die Bank des Käufers überweist das die Rechnungssumme aus dem Inkassoauftrag an die Bank des Befrachters
  7. Der Käufer kann die Ware gegen Vorlage eines Original B/Ls abholen

Bei Zahlung via D/P wird ein Zahlungszeitpunkt vereinbart. „payable on first presentation“ bedeutet zum Beispiel, dass die Zahlung sofort nach Präsentation der Dokumente auszulösen ist.

Eine Variation dessen stellt D/A („Documents against acception“)dar. Einziger Unterschied zu D/P ist hier die Festlegung eines Zahlungsziels.

Die Zahlung via L/C

L/C (Documentary letter of credit“) ist ebenfalls eine internationale Zahlungsmethode. Hier beauftragt der Käufer/Importeur seine Bank den Kaufpreis an den Befrachter bei korrekter Vorlage von zuvor festgelegten Dokumenten zu zahlen. Der Ablauf sieht wie folgt aus:

  1. Käufer stellt Antrag auf Akkreditiveröffnung bei eigener Bank
  2. Im Akkreditivvertrag wird festgehalten, wann und wo welche Dokumente vom Befrachter eingehen sollen und welche Informationen sich darin finden lassen müssen (z.B. Warenmenge etc.)
  3. Die Bank des Käufers stellt das Akkreditiv aus und garantiert die Zahlung bei Einreichung akkreditivkonformer Dokumente (Die richtigen Dokumente zur richtigen Zeit am richtigen Ort).
  4. Die Bank des Käufers leitet das Akkreditiv an die Bank des Befrachters weiter
  5. Der Befrachter erhält das Akkreditiv von der eigenen Bank (dieser Vorgang nennt sich „avisieren“) und prüft die Daten, bei ausstehender Ablehnung gilt das Akkreditiv als angenommen
  6. Nach Verschiffung leitet der Befrachter die indossierten B/Ls aus, erstellt die weiteren Verkaufsdokumente und schickt diese zur Bank des Käufers
  7. Wenn die Bank des Käufers die Dokumente unter dem Akkreditiv für Korrekt befindet, so veranlasst diese die Zahlung der Akkreditivsumme am vereinbarten Zeitpunkt (z.B. „payable at sight“, also direkt nach Prüfung der Dokumente)

Zusammenfassung

Ein B/L (Bill of lading“) ist ein Transportdokument im Seeverkehr. Ähnliche Dokumente gibt es jedoch auch bei anderen Transportmethoden (Flugzeug, LKW etc.). Das B/L kann Teil der Zahlungsvereinbarung sein und garantieren, dass der Käufer seine Ware abholen kann und der Befrachter sein Geld tatsächlich erhält.

Die Zahlung per D/P funktioniert via Inkassoauftrag. Der Befrachter leitet die Dokumente an die Bank des Käufers weiter, welche diese dem Käufer präsentiert. Gibt dieser sein okay, so wird die Zahlung ausgelöst.

Bei Zahlung per L/C läuft über ein Dokumentenakkreditiv. Der Käufer stellt einen Antrag auf Akkreditiveröffnung. In einem Akkreditivvertrag wird daraufhin festgehalten, unter welchen Bedingungen der Käufer welche Dokumente mit welchen Angaben abzugeben hat. Wenn die Dokumente von der Bank geprüft und für korrekt befunden worden sind, so wird die Zahlung ausgelöst.

Die Zahlung per L/C ist für den Verkäufer/ Befrachter sicherer, da die Bank bei korrekten Dokumenten für die Zahlung einsteht. Der Käufer/ Empfänger der Ware erhält aus dieser Zahlungsmethode (im Vergleich zur Zahlung via D/P) jedoch keine Zusätzlichen Sicherheiten.

Bei Zahlung via D/P kann es passieren, dass der Käufer die Dokumente nicht annimmt (Annahmerisiko)- in diesem Fall bleibt der Befrachter auf allen Kosten und der Ware sitzen. Ferner könnte die Bank des Käufers dem Kunden (unerlaubt) die Dokumente zu getreuen Händen aushändigen. In diesem Fall könnte der Käufer die Ware abholen, ohne bezahlt zu haben.

D/P wird manchmal auch „Cash against Documents“ (CAD) genannt.

L/C und D/P sind jedoch nicht die einzigen internationalen Zahlungsbedingungen- weitere sind zum Beispiel COD, CAD und CBD.

Der Befrachter ist im Regelfall zwar der Verkäufer, jedoch gilt dies nicht immer. Der Befrachter kann zum Beispiel bei einer Retoure auch der Käufer sein- oder ein beauftragter Spediteur. Es ist daher besser anstelle des Verkäufers von Befrachter/ Ablader bzw. Shipper zu sprechen.

Quelle: https://betriebswirt-basics.de/was-sind-bl-dp-und-lc-zahlungsbedingung/